Mövenpick Media City

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Isis
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Mövenpick Media City

Beitragvon Isis » Mi 10 Jan, 2007 10:28

[align=center] angelika hat folgenden Bericht geschrieben:[/align]

:!: :!: :!:

Nachdem wir in vorangegangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem Mövenpick Jolie-Ville in Luxor gemacht haben und dieses auch wärmstens weiter empfehlen können, haben wir uns für unseren diesjährigen Winteraufenthalt das Mövenpick Media City in Kairo ausgesucht.

Doch was wir dort erlebten, ist gelinde gesagt schon ein starkes Stück! Doch der Reihe nach:

Ankunft am 14.12.2006 am Flughafen in Kairo - wir haben dort wie üblich unsere Visa am Bankschalter gekauft. Unser Reiseleiter war über soviel Selbständigkeit nicht gerade entzückt, hat er doch für seine Bemühungen die Visa zu besorgen, den anderen Mitreisenden sage und schreibe 18,-- bis 25,-- Euro pro Person berechnet. Das diese Praxis bei allen Reiseleitern in Ägypten üblich ist, ist für uns nichts Neues.

Es handelt sich um eine weitläufige Anlage mit zwei tollen Poolbereichen. Ruhig im Stadtteil 6.Oktober gelegen, direkt neben den Media-City-Filmstudios. Die Küche ist ausgezeichnet, der Küchenchef Franzose. Das ist aber auch schon alles was wir positives berichten können.

Nachdem wir unsere mäßig sauberen Zimmer bezogen hatten, bestellten wir telefonisch den Room-Service, um unseren Kühlschrank mit Getränken auffüllen zu lassen. Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung beschied uns zu unseren Überraschung, das ginge nur gegen Cash! Aha, nun gut, also Cash. Das die Getränke dann gegen einen Fantasiepreis geliefert wurden, überraschte uns eigentlich nicht mehr. Auf diesen "Service" haben wir im weiteren Verlauf unseres Aufenthalts verzichtet.

Ebenso erging es uns auf der Sonnenterasse. Der freundliche Kellner fragte uns auch dort, ob wir denn unbedingt eine Rechnung benötigten oder doch nicht lieber vielleicht Cash...? Nein, das wollten wir nicht - bitte die Rechnung! Das Gleiche im "Le Gourmet" Eiscafé: leider geht die Kasse gerade nicht und ob wir nicht doch...Cash! Welche Überraschung?! Preis: nur 50 LE. Das ist eine praktische, runde Summe, erspart das Rechnen, das lästige Wechselgeld und lässt sich gut in der eigenen Tasche unterbringen! Das die Dame dort völlig unfähig war auch nur eine Eiskugel im Ansatz zu formen, geschweige denn irgendeine Eiskreation der dort ausliegenden Karten nachvollziehen konnte, wenn wunderte es noch?

Die angebotenen sportlichen Inklusivleistungen des hausen haben wir ebenfalls vergeblich gesucht: "Sorry, only members!" - Aber gegen einen geringen Betrag könne man ja für einen Monat Mitglied werden. Nein, das wollten wir dann doch nicht.

Trotz Gegenteiliger Behauptungen der freundlichen Herrschaften an der Rezeption, furh der Mövenpick-Shuttlebus zu den Pyramiden und Down-Town nur in eine Richtung - nämlich hin! Fragen nach dem Rücktransport wurden vom Busfahrer zurückgewiesen mit einem bestimmten : No, Taxi!

Wir haben uns die Mühe gemacht und sind einfach mal sitzen geblieben, nur um zu seehen, wie der Fahrer denn so seine Zeit vertreibt. Kaum hatte der letzte Gast den Bus verlassen, klingelte unaufhörlich dessen Handy. Etliche Verwandte, Bekannte und Freunde wollten von A nach B chauffiert werden. Da hat man natürlich keine Zeit mehr irgendwelche lästigen Hotelgäste wieder abzuholen.

Überhaupt die örtliche Taximafia. Diese scheint ausgezeichnete Geschäfte mit der Rezeption und dem Concierge zu machen. Wir bestellten ein Taxi für die Sound&Light-Show, die Rezeption verwies uns an den Concierge. Dieser verlangte für seine Dienste 65 LE, das 2 1/2-fache des ortsüblichen Preises! Natürlich - gegen Cash!!! Auf unsere Frage, wieso denn das Geld an den Concierge und nicht direkt an den Taxifahrer zu zahlen sei, wurde uns höflich beschieden: Er würde den Fahrer bezahlen, wenn der uns abgeliefert habe! Bei soviel Fürsorge haben wir vorläufig auf weitere Dienste verzichtet.

Gästen, die in geringer Zahl abreisten, wurde an der Rezeption beschieden: der Transferbus käme nicht, sei kaputt usw. Der Reiseleiter sei verhinder oder nicht auffindbar usw. Man müsse sich leider ein Taxi zum Flughafen nehmen, der freundliche Concierge könne da weiterhelfen... Der Preis? Nur 150 LE!!! Wer nun darauf verwies, der Transfer sei aber inklusive, dem wurde gesagt: Not our problem! Not in my hands!!! Etc p.p.

Generell konnten wir feststellen, daß man an der Rezeption/Kasse jeden Trick anzuwenden versuchte, um den Gast übers Ohr zu hauen: da verschwanden Hotelvouchers spurlos, Vollpension wurde nur als Halbpension verbucht, die Halbpension nur als Übernachtung mit Frühstück. Auch uns versuchte man die Halbpension noch einmal in Rechnung zu stellen.

Das Weihnachts-, und Sylvestermenü war ja ebenfalls im Reisepreis schon enthalten. Trotzdem versuchte man auch hier den Betrag noch einmal abzukassieren. Mit 300 LE zzgl. Tax & Service für den Weihnachtsabend und 400 LE zzgl. Tax & Service für Sylvester wurden die Gäste zur Kasse gebeten. Wer nun keine Duplikate mit sich führte, kam in Beweisnot.

Nur unsere standhafte Weigerung die Beträge zu zahlen, hat uns davor bewahrt auch hier noch einmal geprellt zu werden. Gutgläubigeren Gästen wurde die Summe dann promt auf die Rechnung gesetzt. Das natürlich niemand zuständig war und niemand etwas wusste. versteht sich von selbst!

Was sich dann allerdings, bei Zahlung der Hotelrechnung, die Gauner an der Rezeption/Kasse leisteten, ist nur noch mir kriminell zu bezeichnen und auch nicht mehr mit Basar-Mentalität zu entschuldigen: die Kreditkarten wurden mehrfach durchgezogen!!!

Aufmerksame Gäste, die umgehend ihre Kreditkartenbank angerufen haben, konnten das Schlimmste verhindern und die Mehrfachzahlung stoppen. Weniger Aufmerksame wird zu Hause wohl der Schlag treffen, bzw. getroffen haben.

Gewarnt durhc diese Machenschaften, wollten wir unsere Hotelrechnung mit Travellercheques begleichen (ein entsprechendes Schild von American Express hing an der Rezeption): "Sorry, only Credit-Card or Cash! Not our problem! Not in my hands!" - Und der freundliche Hinweis auf den Bankschalter im Hause, der hatte aber leider immer geschlossen. Das der Kartenautomat auch defekt war, sie hier nur noch am Rande erwähnt!

Unsere Kreditkarten wollten wir aber auf gar keinen Fall mehr aus der Hand geben, also blieb uns nur noch der Weg zum freundlichen Concierge: ein Taxi zum Oberoi Mena-House (dort war das Einlösen gar kein Problem) und mit einer Tasche voller Bargeld zurück. Preis für diese Fahrt? Nur 120 LE!!!

Das die Hotelgäste von dererlei Machenschaften mehr als bedient waren und wahrscheinlich weder Ägypten noch ein Mövenpick-Hotel jemals wieder besuchen werden, wird dem Management des Hause wohl recht egal sein. Ein saudischer Prinz hat für sich und seine Entourage seit 2 Jahren dauerhaft dort 100 Zimmer angemietet. Eines davon wurde von seinen Hunden bewohnt, die die Grünflächen gern mit Tretminen verzierten und im Hotelpool baden durften! Lecker!!!

Wie sagte doch so treffend ein Ehepaar aus Baden-Baden:"Wir dachten, wir hätten im Mövenpick gebucht und nicht bei Hempels um die Ecke!" - Dem ist Nichts hinzuzufügen!!!


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