Anonymous hat geschrieben:Bildbearbeitung ist wie Schminken, es wird versucht ein Wirklichkeit zu zeigen
die es so nicht gibt.
Nur meine Meinung,also nicht aufregen.
Nö, hier regt sich keiner auf
Ich sehe das nicht so (das hast Du Dir vermutlich schon gedacht

).
Wenn mein Fotoapparat die Wirklichkeit nicht hin bekommt, weil er entweder zu schwach ist oder weil ich was falsch eingestellt habe, dann verändere ich das Bild nicht mit Bildbearbeitung um die Wirklichkeit zu verfälschen, sondern um die Wirklichkeit besser wieder zu geben (aus meiner Erinnerung natürlich).
Ich geb Dir mal ein Beispiel:
Hier ein Original-Foto aus einem Grab in Luxor. Ich habe es lediglich kleiner gemacht, die Schrift drauf und ein bißchen komprimiert, damit es nicht so riesig hier im Forum ist:
So, und jetzt das ganze in bearbeitet (Kontrast, Helligkeit, Farben, Sättigung):
Welches Bild kommt nun dem Original näher?
Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse im Grab hat der Fotoapparat dem ganzen einen milchigen Farbstich gegeben. Das Weiß auf dem Originial ist nicht mehr weiß, sondern vergilbt und das Bild wirkt düster. So sieht es in den Gräbern aber nicht aus.
Also hole ich mit der Bearbeitung lediglich die Farben wieder hervor, wie sie auch auf der Wand im Grab sind. Ich zeige keine Wirklichkeit, die es so nicht gibt. Das hat das Originalbild gemacht.
Und noch ein Aspekt: Warum soll ich denen, die meine Bilder sehen möchten nicht eine gute Qualität zeigen? Warum soll ich mich mit unterbelichteten Fotos zufrieden geben oder sie beschämt wegpacken, wenn ich aus ihnen das herausholen kann, was möglich ist? Ja, es ist wie beim Schminken. Wenn man sich anständig schminkt (und nicht übertreibt), dann verfälscht man nicht die Wirklichkeit, sondern man betont lediglich Aspekte seines Gesichts. Und das macht man für sich selbst und für andere. Ein gepflegtes Äußeres sieht der Mensch eben gern, genauso, wie er gerne schöne Fotos sieht.
Gruß
Uli